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DIE BLÜTEZEIT

Frühmittelalter

Zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert werden die klimatischen Verhältnisse in Europa zunehmend strenger,
Niederschläge und Luftfeuchtigkeit nehmen zu, die Temperaturen fallen. Das Wirtschaftssystem
der antiken Städte und die Landwirtschaftsbetriebe, auf denen die römische Wirtschaft beruhte,
geraten in eine Krise. Viele Ortschaften verschwinden, auch auf Anhöhen gelegene Festungssiedlungen.
Der größte Teil der kleinen Dörfer liegt auf Höhen zwischen 300 und 600 Metern über dem Meeresspiegel.
Mit einer Fläche von 4.200 Quadratmetern und einer Lage von 640 Metern über dem Meeresspiegel
fügt sich Tremona genau in dieses von Geschichtswissenschaftlern und Archäologen rekonstruierte Bild ein.

Wiedergeburt Tremonas

Die Gebäude aus römischer Zeit, von denen heute nur angenommen werden kann, dass sie einst existierten,
wurden erneut bezogen, wieder aufgebaut und zu Handwerksstätten oder Lagerräumen umfunktioniert.
Die Siedlung wächst rings um ein massiv gemauertes, wohl für religiöse Zwecke genutztes Hauptgebäude
– die sogenannte Kirche im Zentrum der Siedlung in erhabener Position. Tremona gehört nun zur Verwaltung-
seinheit Seprio. Die strategische Bedeutung des Ortes als entscheidender Knotenpunkt und Beobachtung-
sposten an den wichtigsten Handelswegen ihrer Zeit kann die Siedlung lange aufrecht halten. Die Straßen
führen von Mailand und Novara nach Como und weiter zu Gotthardpass, Lukmanierpass und San-Bernardino-Pass.

Die Zeit der größten Blüte

Obgleich sich die Geschichte der Siedlung eher am Rande der großen historischen Ereignisse abspielt,
erlebt Tremona zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert ihre größte Blütezeit. Über der bestehenden
frühmittelalterlichen Siedlung entwickelt sich die befestigte Ortschaft auf drei Terrassen, umgeben von
einer in zwei Bauphasen entstandenen Ringmauer. Tremona wird ein befestigtes Castrum und wird auch später
weiter Castello genannt. In mehreren Ausgrabungsphasen werden von den Archäologen 51 Gebäude freigelegt,
die sich durchaus voneinander unterscheiden. Neben der sogenannten Kirche gibt es einen Wachturm mit quadratischem Grundriss, Wohnhäuser, Abstellräume, eine Schmiede und andere Handwerksbetriebe.